Shatterwork: Unser Uhrmacherspiel in 3D. Die Warteliste ist offen
Wer eine mechanische Uhr öffnet, sieht Räder, Brücken, Schrauben und eine Unruh, die unermüdlich hin und her schwingt. Wie aus diesen Teilen ein laufendes Werk wird, wissen die wenigsten. Genau das soll man bald selbst erleben können: Mit Shatterwork entsteht ein Uhrmacherspiel in 3D, in dem Sie echte mechanische Uhrwerke Teil für Teil an einer virtuellen Werkbank zusammenbauen. Shatterwork ist das neue Projekt von Marcus Gier, Sachverständiger für Uhren bei ChronoCheck, und ChronoCheck unterstützt es. Das Spiel ist noch in Entwicklung. Wer von Anfang an dabei sein möchte, kann sich ab sofort auf die Warteliste setzen lassen.
Was ist Shatterwork?
Shatterwork ist kein Puzzle mit ein paar groben Bauteilen und kein Spiel, das eine Uhr nur andeutet. Sie arbeiten wie ein Uhrmacher: Jedes Teil nehmen Sie mit der Kornzange auf, jede Schraube ziehen Sie mit dem Schraubendreher an, und jede Ölstelle bekommt ihren Tropfen aus dem Ölgeber. Ein Werkhalter hält das Werk ruhig, und mit der Lupe gehen Sie bei Bedarf bis auf sechsfache Vergrößerung heran.
Das Besondere ist die Reihenfolge. Ein Uhrmacher legt die Teile nicht einfach nacheinander ins Werk. Manches baut er zuerst für sich zusammen und setzt es dann als Ganzes ein. Die Unruh zum Beispiel kommt erst auf die Unruhbrücke, danach werden beide gemeinsam eingesetzt. Auch Stoßsicherung und Federhaus entstehen als solche Vormontagen. Shatterwork folgt dieser echten Montagefolge, so wie ein Werk an der Werkbank tatsächlich entsteht.
Vom Lehrmodell zum Spiel
Am Anfang stand kein Spiel, sondern ein Lehrmodell. In Blender entstand ein 3D-Modell des Automatik-Chronographen ETA 7750, verfeinert über mehr als 150 Versionsstände. Bei jedem Stand wurden Montage und Funktion des Werks geprüft: Greifen die Räder sauber ineinander? Hat jede Schraube ihren Platz? Stimmt die Reihenfolge?
Aus diesem Modell wurde Shatterwork. Die Teile, die Montagefolge und die Vormontagen im Spiel stammen direkt aus dem Lehrmodell. Das Spiel selbst ist aber von Anfang an für viele Werke gebaut. Zu Beginn wählen Sie, welches Werk Sie zusammensetzen möchten, und weitere Werke sollen nach und nach dazukommen.
Das erste Werk: der Automatik-Chronograph ETA 7750
Das erste Werk in Shatterwork ist der ETA 7750, ein Automatik-Chronograph mit Kalender, den viele Uhrenfreunde aus ihren eigenen Uhren kennen. Gebaut wird er in neun Abschnitten:
- Grundplatine und Lagersteine
- Federhaus und Räderwerk
- Aufzug und Zeigerstellwerk
- Brücken und Kloben
- Hemmung und Unruh
- Automatik
- Kalender
- Chronograph
- Zifferblatt und Zeiger
Die Zahlen zum 7750 im Spiel: 216 Montageschritte, 193 Montageeinheiten, 23 Vormontagen, 27 Schrauben und 40 Ölstellen. Unterwegs warten 65 Meilensteine, damit der lange Weg vom ersten Teil bis zum fertigen Werk sichtbar bleibt. Alle Zahlen gelten für dieses erste Werk, Stand Oktober 2026, und können sich in der Entwicklung noch ändern.
Ein Übungswerk für den Einstieg
Wer noch nie ein Uhrwerk zusammengebaut hat, muss nicht gleich mit fast 200 Montageeinheiten anfangen. Das zweite Werk ist ein Übungswerk, das sich ganz auf das Herz einer mechanischen Uhr konzentriert: Hemmung und Unruh. Es hat 33 Teile, 29 Montageeinheiten, 5 Ölstellen und 4 Vormontagen. Am Ende wird es reguliert, dann läuft es an, auf Wunsch auch in Zeitlupe. So lernen Sie die ersten Handgriffe an wenigen Teilen und sehen mit eigenen Augen, warum eine Uhr überhaupt tickt.
Lernen oder beweisen: zwei Spielweisen
Im Lernmodus gibt es Hinweise in drei Stufen, vom leisen Wink bis zum genauen nächsten Schritt. Ein Uhrmachermeister begleitet Sie und lobt gute Arbeit, in ruhigem Ton und ohne Fanfaren. Nach jedem Abschnitt blicken Sie zurück auf das, was Sie geschafft haben, bevor es weitergeht.
Der Expertenmodus ist für ruhige Hände. Hier gibt es keine Hinweise, Fehler kosten Punkte, Schrauben lassen sich überdrehen, und zu viel Öl zählt als Fehler. Ganz wie an der echten Werkbank.
Wenn das Werk fertig ist
Mit dem letzten Teil ist ein Werk nicht einfach erledigt. Jedes fertig gebaute Werk kommt in „Meine Werke“, eine Vitrine, in der Sie es bedienen können: an der Krone aufziehen, den Rotor drehen, die Zeiger stellen, den Kalender schalten und den Chronographen starten, stoppen und auf null stellen. Das Werk ist dabei zu hören, denn das Ticken ist an die Hemmung gekoppelt. Was Sie hören, ist das, was die Hemmung gerade tut.
Wie in einer Uhrmacherwerkstatt zeigt eine Zeitwaage, wie das Werk läuft, und Sie können es regulieren. Die Werte sind Lehrwerte aus dem Lehrmodell, keine Messung an einer echten Uhr.
Wo Shatterwork laufen soll
Shatterwork ist noch nicht öffentlich verfügbar, Downloads gibt es noch nicht. In der Entwicklungsfassung läuft das Spiel bereits im Browser, auch offline als installierbare Web-App. Die App für iPhone und iPad ist in Arbeit, Android und Meta Quest sind geplant. Auf der Quest sollen Sie die Teile später im Raum mit den eigenen Händen greifen können. Gespielt wird auf Deutsch, Englisch oder Französisch.
Für den Spielstand auf mehreren Geräten genügt ein Konto mit Spitznamen, ohne Klarnamen und ohne E-Mail-Adresse. Eine Bestenliste ist ebenfalls in Arbeit. Feste Termine gibt es noch nicht.
Jetzt auf die Warteliste
Wer wissen möchte, wann die Werkbank öffnet, trägt sich in den Werkstattbrief ein, die Warteliste von Shatterwork. Sie bekommen Bescheid, sobald Shatterwork spielbar ist und wenn Tester gesucht werden, dazu ab und zu Neuigkeiten aus der Werkstatt. Es sind nur wenige Mails.
So funktioniert es: Auf shatterwork.com die E-Mail-Adresse eintragen und das Häkchen für die Einwilligung setzen. Danach kommt eine Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit diesem Klick sind Sie eingetragen. Ohne Bestätigung wird die Adresse nach 48 Stunden gelöscht. Abmelden können Sie sich jederzeit, in jeder Mail steht der Link dazu. Wer lieber ganz ohne E-Mail auf dem Laufenden bleibt, kann den RSS-Feed der Shatterwork-Neuigkeiten abonnieren.
Warum ChronoCheck dabei ist
Bei ChronoCheck haben wir jeden Tag mit Uhren zu tun, und es beeindruckt uns immer wieder, wie viel Handwerk in einem mechanischen Werk steckt. Shatterwork macht dieses Handwerk greifbar: für Sammler, die ihre eigene Uhr besser verstehen wollen, für Neugierige, die zum ersten Mal hineinschauen, und für alle, die gern mit ruhiger Hand an etwas Feinem arbeiten. Deshalb unterstützen wir das Projekt. Mehr über die Entstehung und die laufenden Neuigkeiten aus der Werkstatt finden Sie auf shatterwork.com.
Shatterwork arbeitet mit Lehrmodellen und steht in keiner Verbindung zu ETA SA, der Swatch Group oder einem anderen Uhrenhersteller. Gang- und Abfallwerte im Spiel sind Lehrwerte. Alle Zahlen: Stand Oktober 2026. Bilder: Renderings aus dem Lehrmodell und die Werkauswahl im Spiel.
